Das erste Mal: Hundeschule

Hallo zusammen,

heute musste ich wieder mit diesem doofen Auto fahren. Die Transportbox gefällt mir ja noch ganz gut, denn darin finde ich immer mal wieder kleine, leckere Hundehäppchen, aber diese Fahrerei, wobei alles so laut ist und blöd schaukelt, nee, mag ich nicht.

Dafür sind wir an einen Ort gefahren, der mir richtig gut gefallen hat.
Frauchen nennt es “Hundeschule” und da die Trainerin die Meinung vertritt, dass man dort am besten so früh wie möglich vorbeischauen sollte, sind wir halt mal gucken gefahren.

”Gucken”, genau das habe ich auch die meiste Zeit getan.
Mein Frauchen stand nämlich am Rand und hat mich zuschauen lassen, wie die anderen Hunde arbeiten. Und immer dann, wenn einer mir zu nahe kam, liess sie mich wissen, dass das nichts Schlimmes ist, was ich dann ihr dann auch zügig geglaubt habe und schon konnte ich mich wieder entspannt ins Gras legen.

Dabei hab ich auch eine ganz tolle Entdeckung gemacht, denn an einer Stelle lag auf dem Gras so ein Riiiiiiesenberg Erde, ganz frisch und gerochen hat sie auch verdammt lecker, nämlich nach einem Tier, welches ich noch gar nicht kenne und das ich noch gar nicht gesehen hab, denn es ist blind, heisst “Maulwurf” und lebt, wenn ich Frauchens Informationen trauen darf, unter der Erde. Aber diesen Berg fand ich total spannend – ich hab ihn auch gleich mal mit dem Maul ein bisschen rumgeworfen.

Noch spannender wurde es aber, als wir in den “Freilauf” gerufen wurden.
Da waren ausser meinem Frauchen und mir nur noch die Trainerin und zwei angeleinte, große Hunde drin, die ich als weltoffener Piratenkapitän natürlich gleich erst mal angebellt habe, damit die auch genau wissen, mit wem sie es hier zu tun hatten. Nach einer kurzen Erklärung der Trainerin, dass diese Art der Vorstellung hier gerade aber mal nicht erwünscht sei, beschloss ich dann jedoch, das Kennenlernen auf eine etwas weniger dramatische Weise zu gestalten und pirschte mich einfach mal vorsichtig an die beiden riesigen Hundedamen heran, die mich dann auch absolut lieb und nett begrüßten. Frauchen war – und ist es immer noch – absolut beeindruckt von der Ruhe und Souveränität, mit der sich dieses Szenario abspielte und ich hab ganz genau gehört, wie sie sich innerlich frug, warum eigentlich nicht ALLE Hundebegegnungen so ruhig ablaufen könnten.

Ich hingegen stellte fest: Aha, SO erobert man also Frauen!
Ich durfte an ihnen schnuppern, ein bisschen um sie herumhopsen, sie ankuscheln und weil die eine davon so supernett war, hab ich auch gleich mal an der Milchbar nachgeschaut, ob es dort vielleicht noch was Leckeres für mich gibt, doch nee, da war nix. Die Menschen haben gelacht und etwas von “Adoptionsantrag” geredet, aber da offenbar niemand das hierfür passende Formular gefunden hat, bin ich dann halt doch besser mal wie ein geölter Blitz zu meinem Frauchen gestürmt, als dieses die Anweisung bekam, mich “jetzt mal abzurufen”.

Und diese Entscheidung war gut, denn ok, sie hat mich nach all diesen Erlebnissen zwar erstmal wieder in dieses blöde Auto gesetzt, aber als wir zu Hause waren, da bekam ich von ihr doch tatsächlich wieder FUTTER, ich konnte satt und zufrieden an ihren Füßen einschlafen und etwas anderes brauchte ein kleiner Piratenkapitän an diesem Tag auch nicht mehr.

Die Maßnahme, gleich “so früh” schon in diese Hundeschule zu gehen, hat sich am Ende also als absolut richtig erwiesen. Mein Frauchen kann nämlich jedem, der diesbezüglich jetzt gleich den erhobenen Überforderungs-Zeigefinger schwingt, versichern, dass zu jedem Zeitpunkt sichergestellt war, dass es mir gut ging. Sie wäre sofort mit mir nach Hause gefahren, wenn da ir-gend-ein Zeichen von “zu hohem Stresslevel” oder dergleichen aufgetreten wäre – im Gegensatz zu einem Maulwurf ist sie ja schliesslich nicht blind

Bis denne
Euer
Captain Milkshake