Die Walnuss

Huuuuiiii, da habe ich meinen Menschen aber einen gehörigen Schrecken eingejagt!

Doch lasst mich der Reihe nach erzählen.
Es fing nämlich damit an, dass ich mir am letzten Donnerstag in einem unbeobachteten Moment dieses merkwürdige, runde Ding gemopst habe, welches da auf der Wiese herumlag. Einfach so.

Die Menschen wollten mir die Kugel wieder abnemen, doch: HA! Ich war natürlich schneller und hab sie kurzerhand und ohne Umweg einfach mal runtergeschluckt.

Komplett.

Also ganz.

Also mit Schale und so.

Das wiederum fanden die Menschen überhaupt nicht lustig und als Frauchen dann von der Arbeit kam, erfuhr SIE, dass ich das Teil halt runtergeschluckt habe und ICH, dass dieses Ding “Walnuss” heisst.

Frauchen nahm mich dann besorgten Blickes mit nach Hause und rief beim Tierarzt an, denn sie wusste nun auch nicht so genau, ob das jetzt was Schlimmes war, was ich da gemacht habe oder ob kleine, süße Welpenhunde mit ihren riiiiiiesigen Mägen auch mal so ne Walnuss zwischendurch verknuspern können. Tja, und der Doc meinte dann, dass man nun ziemlich genau zwei Möglichkeiten hätte, nämlich zum einen, bei mir eine Übelkeit zu erzeugen, damit ich mich übergebe und die Nuss so wieder vorne raus befördere, wobei hierbei ein nicht zu unterschätzendes Risiko bestünde, weil die Nuss halt auch in der Speiseröhre stecken bleiben könne und DANN wär das alles überhaupt nicht mehr lustig.

Oder aber wir warten einfach ab. Bestenfalls käme die Nuss demnächst an meinem anderen Ende wieder heraus, allerdings könnte es genau so gut auch möglich sein, dass sie mir noch ernsthafte Probleme macht und dann müsse man handeln. Frauchen fand die Situation überhaupt nicht schön, entschied sich letzten Endes dann jedoch dafür, erst einmal ab zu warten und darauf zu hoffen, dass die Dinge ihren ganz natürlichen Lauf nähmen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit meinen spitzen Super-Duper-Welpenzähnchen diese Nuss vor dem Runterschlucken DOCH noch angeknackst haben könnte, war ja recht groß. Und in diesem Fall wäre alles nicht ganz so schlimm, hiess es.

Meine Menschen richteten sich also auf eine aufregende Nacht ein, denn selbstverständlich würden sie beim ersten Anzeichen dafür, dass es mir nicht gut ginge, sofort mit mir zum Tierarzt aufbrechen. Aber es ging mir doch gut und überhaupt, ich hab die ganze Aufregung gar nicht verstanden, aber das Beste kommt ja erst noch, denn es gab die Anweisung, mir ab sofort kein Trockenfutter mehr zu füttern, sondern halt so’n Nass-Gematsche, um – ich zitiere: “Alles schön flutschig zu halten”.

Das verstehe jetzt, wer will, aber ICH hab mich darüber richtig gefreut, denn dieses Dosenfutter, Leute, ich sag Euch, das schmeckt abartig saulecker, davon kann ich gar nicht genug kriegen! Und ich muss davon auch jede Menge fressen, sooooooo groooooooße Portionen, das Himmelreich auf Hundeerden!

Die haben mir auch noch so’n seltsames, fadenscheiniges Zeugs mit dazu gegeben.
”Sauerkraut”. Schmeckt zwar absolut anders als alles, was ich bis jetzt so gefuttert habe, gibt dem Ganzen aber eine sehr interessante Note, auf jeden Fall fand ich es auch pur einfach unwiderstehlich.

U-hund:
Ich kann jetzt echte Höllenpupse fabrizieren Open-mouthed smile
“Fürze des Grauens” hat Frauchen sie genannt, sogar von “Narkotisierpotential” sprach sie, also in meinem Bauch ist gerade jede Menge los, da tut sich richtig was.

Die Nuss(schale) fing dann übrigens am nächsten Morgen an, in schönen, kleinen Stückchen wieder zum Vorschein zu kommen. Und Menschen sind voll merkwürdig, denn die freuen sich sogar über das, was bei uns Hunden hinten rausfällt, also ehrlich, das ist ja schon fast peinlich…

Auf jeden Fall hat die Nuss glücklicherweise die beste aller möglichen  Alternativen gewählt, denn inzwischen dürfte sie wieder vollkommen aus mir raus sein und sie hat dabei auch überhaupt nicht rumgezickt. Die Menschen sind wieder froh, können nun wieder beruhigt schlafen und alles ist gut.

Bis denne

Euer
Captain Nutcracker