Making-Of: Sandstrahltassen

Hallo zusammen,

da ich bereits mehrfach gefragt wurde, wie meine Sandstrahltassen genau entstehen, habe ich dazu mal ein kleines Making-of verfasst. Es ist eigentlich ganz einfach, wenn man nur weiss, wie’s geht.

Alles beginnt am Computer (1). Hier werden die grafischen Ideen und Bilder in digitale Schneidvorlagen umgewandelt, die der Plotter (2) lesen und auswerten kann, so dass er mir aus einer handelsüblichen Vinyl-Klebefolie die Schablonen exakt aussschneidet (3)

Diese Schnitte werden aber erst durch das so genannte “Entgittern” (4) sichtbar, da die Folie ja noch auf dem Trägerpapier klebt. Erst wenn alle überflüssigen Teile mittels Pinzette & Co. entfernt wurden (5), erkennt man das komplette Motiv.

Auf die fertig entgitterten Vorlagen klebt man nun eine durchsichtige Transferfolie (6), wodurch man die Vorlage dann vom Trägerpapier abziehen kann. Gerade bei Schablonen mit vielen Einzelteilen lässt sich so ein Verrutschen und Verschieben derselben vermeiden, so dass alles exakt und gerade auf das Strahlgut übertragen werden kann (7)+(8).

Anschließend entstehen die von mir liebevoll so genannten “Mumien” (9).
Die ganze Tasse wandert ja in die Sandstrahlkabine (10), also müssen alle Bereiche, die nicht mattiert werden sollen/dürfen, vorher sorgfältig abgeklebt werden, da der Sand selbst in kleinste Fugen und Ritzen eindringt.

In der Kabine wird der Sand dann mittels Pressluft auf die Tassen gefeuert (11). Auch hier braucht man ein gutes Fingerspitzengefühl, denn strahlt man zu wenig, entsteht am Ende nur ein mäßiger Kontrast, strahlt man jedoch zu viel, löst sich die Vinylfolie, das Werkstück ist runiniert und die ganze Arbeit war vergeblich.

Die gesandstrahlten Tassen (12) müssen dann nur noch von ihrer Verpackung, der Schablonenfolie und allen Kleberesten befreit werden. Immer wieder ein spannender Moment, denn erst jetzt sieht man ja, ob das Werk gelungen ist oder ob der Sand nicht doch das ein oder andere unerwünschte Element miterzeugt hat.

In diesem Fall bin ich mit dem Ergebnis aber zutiefst zufrieden 🙂  (13)