Wintergedanken

Der Winter ist ins Land gezogen und hält selbiges gerade fest im Griff. Knackige Minustemperaturen, Schnee, Eis und alles, was sonst noch so dazu gehört. Und mittendrin unser Captain Jack ZweipunktNull.

Anders kann man das, was hier gerade passiert, auch gar nicht nennen, denn seit seiner Kastration, die ja auch erst wenige Wochen her ist, hat er sich schon so massiv geändert, dass es einfach nur eine wahre Freude ist. Ich bemühe ungern Beschreibungen wie “wie ausgetauscht” oder “wie ein ganz anderer Hund”, doch bei ihm trifft das sowas von zu und ist einfach nur krass. Im angenehmen Sinne, natürlich 🙂
So gut wie alles, was er hier im Haus an Aggressionen gezeigt hat, ist WEG. Einfach nur WEG. Wir achten natürlich immer noch darauf, ihn nicht in Situationen zu bringen, in welchen er sich bedrängt oder eingeengt fühlen könnte, wir provozieren nichts und gehen den eingeschlagenen Weg nach wie vor weiter, aber es ist bereits jetzt schon ein ganz anderes Zusammenleben – sowohl drinnen als auch draußen. Wir haben endlich eine Basis, auf der wir zusammen arbeiten können und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in diesem Jahr auch verdammt viel schaffen werden und dass ich ihn irgendwann auch mal problemlos an anderen Hunden oder fremden Menschen vorbei bringe und vielleicht freut er sich eines Tages ja auch mal darüber, wenn wir hier Besuch kriegen 😉

Ich freu mich jedenfalls auf den Frühling. Und auf den Sommer. Und auf all das, was wir hier zusammen noch schaffen werden, denn jetzt hat er – haben wir – endlich wieder eine Chance.

Es beruhigt sich

2 Wochen sind seit der Kastration nun vergangen und so langsam kann Jack die ganze Aufregung und auch das Hormon-Hoch-und-Runter hinter sich lassen. Seit ein paar Tagen wirkt er jedenfalls wieder deutlich entspannter, aufgeschlossener und insgesamt gelassener – halt so, wie er sich auch präsentierte, als der Chip seine volle Wirkung entfaltet hatte.

Aktuell setzt ihn der frisch gefallene Schnee zwar sehr in Verzückung, aber das ist ja auch erst sein zweiter Winter und außerdem duften die Wildspuren im Schnee ja bekanntlich gleich doppelt gut. In dieser Woche hat er zudem auch gleich zwei neue Hundebegegnungen ganz toll gemeistert, zum einen kam ein frei laufender, sich nicht abrufen lassender Labrador volle Kanone auf uns zugestürmt, so dass ich quasi gar keine andere Wahl mehr hatte, als auch Jack abzuleinen und zu hoffen, dass es keine Beisserei gibt, aber es verlief dann nach einem ersten Gebrumme doch ganz prima.

Zum anderen ist nebenan ein “Neuer” eingezogen, den wir heute mal kurz kennen gelernt haben. Hier braucht’s wohl noch ein wenig Zeit, denn der Hund muss ja erst einmal richtig in seinem neuen Heim ankommen und ist deswegen noch sehr zurückhaltend, aber ich denke mal, dass es da auch keine großen Probleme geben wird. Bei unserer ersten, ungeplanten Begegnung motzte Jack zwar etwas rum, aber später entspannte sich die Lage dann und wenn sich alle erst einmal etwas besser kennen, dann wird das schon werden.

Mit dem blinkenden, lauten Schneepflug hingegen kommt er nicht so gut klar, aber da es in der nächsten Woche schon wieder deutlich wärmer werden soll, dürfte sich das mit dem Schnee auch bald erledigt haben. Und ich glaube sowieso, dass sich hier alles seeeeehr auf den Frühling freuen 🙂

Jack 2.0

Gestern war er dann endlich gekommen: Jacks großer Tag.
Wobei er selbst ihn wahrscheinlich gar nicht sooo klasse fand, denn für ihn hieß es “Auf, auf, hopp-hopp, ab zum Tierarzt” und als er danach auf wackligen Beinen wieder nach Hause kam, war er halt kastriert. Nachdem die Wirkung des Chips in den letzten Wochen fast genau so schlagartig nachliess, wie sie anfangs eingesetzt hatte, kamen nämlich auch seine Hengstmanieren wieder verstärkt zum Vorschein und räumten damit auch die allerletzten, eventuell noch vorhandenen Zweifel an der Richtigkeit dieses Schritts vollends aus.

Es lief aber alles ganz gut und den Rest des Tages sowie den Abend verbrachte ich dann mit einem sich feste an mich kuschelnden, sabbernden, so langsam den Narkoserausch ausschlafenden Hund vor dem Kamin. Was uns ein wenig besorgte, war die Tatsache, dass Jack, wenn er denn stand, einfach nur regungs- und orientierungslos in der Gegend herumstand. Auch draußen auf der Wiese, obwohl er selbst bekundet hatte, mal dorthin zu müssen, ferner hatte er auch mehrere Stunden nach der OP noch nichts getrunken. Das änderte sich jedoch schlagartig, nachdem er sich eigentlich eher aus Versehen diesen aufblasbaren Ring, den er ja um den Hals trug, abgestreift hatte und schwupps – konnte dieser Hund wieder richtig laufen, ja sogar traben, hörte nicht mehr auf zu strullern und trank danach den halben Wassernapf leer, so dass wir den Ring heute zumindest tagsüber dann auch weglassen, so lange jemand bei ihm ist, der ihn halt beobachtet und aufpasst, dass er nicht an der Wunde rummacht.

Er schläft sehr viel, ist ansonsten aber schon wieder richtig fit, hat Appetit, trinkt und tut halt all das, was ein Hund so tut – vor allem aber genießt er, dass er momentan schön nah bei mir auf der Couch dösen darf, weswegen das Ganze in ein paar Tagen hoffentlich komplett vergessen sein wird und dann starten wir hier noch einmal so richtig durch 😀

November

Die letzten Wochen waren in vielerelei Hinsicht sehr anstrengend und schwupps – fast ohne dass man es bemerkt, steht nun also der November im Kalender. Dunkelheit überall. Vor allem bei den Hunde-Runden ist das ziemlich lästig, aber ok, da müssen wir halt mal wieder durch.

Jack himself hat in der letzten Zeit allerdings eine Entwicklung in eine Richtung hingelegt, die so nicht länger tolerierbar war. Aggressionen und Angst, das ist ne hochbrisante Mischung und manchmal kommt man da auch an einen Punkt, wo sich die Dinge durch falsches Training, fehlende Erziehung und dergleichen nicht mehr erklären lassen, deswegen wurde er dem Tierarzt vorgestellt, um gesundheitliche Gründe für diese Verhaltensänderung tja, also entweder zu finden oder halt auszuschließen. Das Ergebnis war ein ich zitiere “kerngesunder, topfitter Hund”, der allerdings so schnell wie möglich kastriert werden sollte, weswegen wir uns nach einigem Überlegen dazu entschlossen, ihm erst einmal so einen Kastrationschip setzen zu lassen, um das Ganze zur Not auch wieder rückgängig machen zu können, falls dieser Schuss nach hinten losgehen sollte, was bei so unsicheren Hunden wie dem unseren durchaus auch mal passieren kann.

Die Tierarztbesuche an sich waren sehr spannend Devil, aber letztendlich saß der Chip genau da, wo er hinsollte. Und bereits wenige Tage später bemerkten wir die ersten Auswirkungen, denn Jack wurde zunehmend ruhiger, polterte nicht mehr bei jeder sich bietenden Gelegenheit los und selbst die heisse Hündin von nebenan ließ ihn plötzlich kalt. Zwei Tage zuvor rannte er noch völlig verzweifelt und wie ein Wolf heulend durch unsere Wohnung, war sogar einmal durch’n Zaun abgezwitschert und litt völlig liebeskrank vor sich hin, aber nun konnte man quasi zusehen, wie er sich insgesamt entspannte und sogar wieder mit dem Denken anfing. Das ist jetzt drei Wochen her und er hat sich komplett verändert, also viel Arbeit liegt da immer noch vor uns, aber jetzt haben wir wenigestens wieder einen Fuß in der Tür und können trainieren, denn das war vorher einfach unmöglich. Ich möchte hier nicht auf Details eingehen, aber wen diese interessieren, der kann mich ja einfach fragen Smile

Ansonsten ärgere ich mich immer noch über diese nicht weggehen wollende Erkältung, die nicht nur dadurch nervt, dass sie mir die freien Tage versaut, sondern ja auch mein Lauftraining komplett sabotiert. Den für in wenigen Tagen stattfindenden Lauf, für den ich mich ja schon FAST angemeldet hatte, kann ich jedenfalls erstmal wieder vergessen, aber bis März dauert es ja noch ein wenig, jedenfalls hab ich die Hoffnung, mein Vorhaben, vor meinem Geburtstag noch an so einem Lauf teilgenommen zu haben, noch nicht ganz aufgegeben. Ferner kann ich hier bald quasi ein Grafikbüro eröffnen, denn was ich derzeit an “Hausaufgaben” zu erledigen habe, das ist doch ne ganze Menge und so langsam hmmmmm, sagen wir mal so: Es dürfte gerne wieder etwas weniger werden Winking smile

Nunja, dann schauen wir mal, was das Restjahr noch so für Überraschungen für uns bereithält.
Ich werde davon berichten Smile

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