Zaungäste

Bei unserer heutigen Morgenrunde hatten wir unerwarteterweise ein paar Zaungäste, die sich im Laufe unserer Begegnung als gar hervorragende Trainingspartner entpuppten:

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Jack fand diese beiden erwartungsgemäß ziemlich gruselig. Verständlich, denn schliesslich mampften sie auch in aller Ruhe so über den Zaun hinweg ein bisschen Gras, schnaubten dabei zufrieden und waren zudem so cool, dass sie sich noch nicht einmal von Jacks Geschimpfe beeindrucken liessen.

Und ich sage Euch, der legte sich in Zeug Surprised smile

Die beiden interessierte das aber ü-ber-haupt-nicht.
Daher beschloss ich, einfach mal mit gebührendem Abstand bei ihnen stehen zu bleiben, damit mein Hund mal erkennt, dass sich nicht jeder von seinem Gemotze vertreiben lässt. Und siehe da – aus dem wütenden Gebell wurde später ein bedrohliches Brummen, welches so nach und nach aber auch immer mehr nachliess und nach so etwa einer Viertelstunde dann einer wohltuenden Ruhe wich. So hier und da grummelte er nochmal los, aber am Ende saß er doch ganz ruhig vor den Pferden und traute ihnen zwar immer noch nicht über den Weg, war aber still. Und DAS war dann der Moment, wo ich ihn aus dieser gefäääääährlichen Situation erlöste, indem wir einfach weiter gingen Winking smile

Solch extrem gelassene Trainigsgenossen wünsche ich mir öfter.
Bis denne
ULI

Verkehrstraining

Vorhin ging’s wieder mal ab ins Dorf zu unserer vielbefahrenen Hauptstraße.
So langsam zeigen auch diese Spaziergänge Wirkung, denn der Kapitän kann inzwischen zwar aufgeregt, aber doch überwiegend an lockerer Leine die komplette Strecke einmal hin und wieder zurück bewältigen und wenn Autos, LKW und Busse nicht ZU dicht an uns vorbeifahren, erträgt er das alles auch ganz tapfer.

Selbst unvorhergesehene Vorkommnisse werfen ihn nur noch kurzfristig aus der Bahn, wie z. B. letzte Woche die Begegnung mit “Lucy”, welche da aus einem parkenden Wohnmobil wie aus dem Nichts lang angeleint herausschoss und uns lautstark mitteilte, dass wir hier gerade bitteschön doch so gar nichts zu suchen hätten. Während ich noch hoffte, dass ihre Leine enden würde bevor sie uns erreicht, erklärte Jack ihr mal schnell mit aufgestellter Paradebürste die örtlichen Hausrechte, derweil ich nix weiter tun konnte, als ihn einfach irgendwie an Lucy, die sich um das teilnahmslose Rufen ihres zeitunglesenden Besitzers so gar nicht scherte, vorbei zu ziehen. Ihre Leine endete übrigens so ca. 50 Zentimeter vor uns, spannte sich dabei auch einmal quer über den Fußweg und nunja, irgendwie kamen wir dann trotzdem aus dieser unglücklichen Situation raus.

Danach blieb ich erst einmal stehen, um durchzuatmen. Und ZACK, saß Jack neben mir als wär nix gewesen, schaute mich an und lief dann ganz ruhig und locker weiter… Das war schon beeindruckend, denn in dem Moment, wo dieser Hund da so auf uns zuschoss, hatten wir uns BEIDE total erschrocken und mein Herz klopfte auch immer noch recht heftig, aber für ihn war das jetzt abgehakt und erledigt. So schnell wie der hochfährt, fährt er also auch wieder runter und das ist doch schon mal eine sehr schöne, bemerkenswerte Eigenschaft.

Erst gestern ist uns zudem mitten auf der Talsperrenbrücke, also genau da, wo’s so nett eng ist und man absolut keine Möglichkeit zum Ausweichen hat, ein Trecker begegnet. Wir befanden uns gerade am Ende einer 5km-Laufrunde und ich beschloss spontan, einfach mal ganz normal ohne das Tempo zu drosseln Devil oder gar ins Gehen zu verfallen weiter zu laufen, um ihm so zu zeigen, dass dieser Trecker überhaupt nichts Aussergewöhnliches sei. Was soll ich sagen – es klappte, denn Jack hat ihn NICHT angebellt, er ist NICHT ausgerastet und ich war wieder um eine Erfahrung reicher Winking smile

Es geht voran.

Hallo,

so langsam aber sicher machen sich die ersten Fortschritte bemerkbar.
Unsere Spaziergänge sind unter Umständen zwar immer noch sehr laut und heftig, aaaaaber die Grundstimmung ist eine ganz andere geworden. Seitdem wir hier konseqent sehr viel Bedacht auf Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe legen, kehrt selbige so langsam auch merklich in unseren Hund ein – phasenweise zumindest.

Wir haben ja die goldene Gelegenheit, beim Training unserer Dummytruppe einfach mit dabei sein und ein bisschen am Grundgehorsam arbeiten zu dürfen. Das hat heute alles schon viel besser geklappt als vor ein paar Wochen noch, lediglich als zwei fremde, freilaufende Retriever einfach so auf die Wiese stürmten, eskalierte es kurzfristig mal. Ärgerlich, aber solche Dinge passieren halt und abgesehen davon hat Jack sich wirklich super geschlagen.

Da sind sie also, die ersten Silberstreifen am Horizont, die wir beide hier so dringend brauchen Smile

Wir gehen es an

Hallo zusammen,

mein Leben ändert sich gerade. Also eigentlich ändert sich gerade mein Frauchen, aber die gehört zu meinem Leben ja eindeutig mit dazu und auf jeden Fall machen wir seit einiger Zeit neue Dinge.
Ich erklär das mal:

Angefangen hat alles, als das kleine Frauchen hier neulich zu Besuch war. Da sind wir nämlich zum ersten Mal gezielt an einen Ort gefahren, den Hunde wie ich eigentlich total doof finden und Frauchen wollte da auch nur ganz ungerne hin, aber der kleine Quälgeist hat nicht locker gelassen und darauf bestanden, dass wir den Ratschlag des Trainiers zügig in die Tat umsetzen. DER hat meinem Frauchen nämlich geraten, mit mir unbedingt an belebten Orten zu trainieren, woraufhin dem Frauchen zwar erstmal die Farbe aus dem Gesicht wich, aber dann gab sie auch zu, das ja eigentlich auch selbst schon gewusst und bis jetzt halt doch immer wieder so’n bissl vor sich hergeschoben zu haben.
Aber damit ist es jetzt vorbei Smile

Zuerst waren wir 2 x in der gemünder Fußgängerzone, wo es für mich so viel zu gucken gab, dass ich völlig vergessen hab, dass ich doch eigentlich alles und jeden anbellen wollte. Am Anfang klappte das mit dem Bellen ja noch ganz hervorragend, aber als wir dann mitten durch die Leute gingen, hab ich das einfach vergessen, kaum vorstellbar, war aber tatsächlich so!

Einzige Ausnahme war diese große Plastik-Kuh, die da einfach so rumstand. Aber die WAR auch gefährlich, ich sag’s Euch!!! Ok, als wir zum dritten Mal an dieser Kuh vorbeigelaufen sind, hab ich dann gemerkt, dass die sich gar nicht bewegte und halt einfach nur da war. Und dass die mir auch dann nix tut, wenn ich sie NICHT anbelle. Jetzt hoffe ich nur, dass DIE das beim nächsten Mal auch noch weiss.

Ausserdem muss ich mit dem Frauchen jetzt auch immer öfter hier durch den Ort laufen. Immer an der Straße entlang, wo all diese blöden Autos fahren, die mir doch solch eine Angst machen. Vor allem die ganz großen, LKW heißen die, also die sind richtig gruselig, ehrlich! Und so laut, das dröhnt dann nur noch in meinen sensiblen Ohren und ich weiss dann gar nicht mehr, wo ich noch hingucken soll, ausserdem vergesse ich dann gleich doppelt, dass ich Radfahrer und Fußgänger doch eigentlich ankläffe und hach, das ist furchtbar anstrengend alles. Zumal es gerade auch so schrecklich heiß ist, aber das ist gleichzeitig auch wieder toll, denn wenn wir genug durch den Ort gelaufen sind, darf ich noch ein bisschen im Bach planschen und DAS find ich ja dann wieder genial.

Ich hab auch schon gehört, wie Frauchen freudig gesagt hat, dass das mit uns immer besser klappen würde. Den Eindruck hab ICH jetzt zwar nicht wirklich, aber wenn sie das meint, dann wird das wohl schon so sein. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie das alles noch weitergeht und vielleicht kommt ja tatsächlich mal der Tag, an dem mir diese “Abhärtungsrunden” nichts mehr ausmachen, wer weiss.
Und meinem Frauchen auch nicht, denn ich hab so das Gefühl, dass die gerade genau so viel lernt wie ich… Winking smile

Bis denne
Euer
Jack – The Citywalker

Das erste Mal: Hundeschule

Hallo zusammen,

heute musste ich wieder mit diesem doofen Auto fahren. Die Transportbox gefällt mir ja noch ganz gut, denn darin finde ich immer mal wieder kleine, leckere Hundehäppchen, aber diese Fahrerei, wobei alles so laut ist und blöd schaukelt, nee, mag ich nicht.

Dafür sind wir an einen Ort gefahren, der mir richtig gut gefallen hat.
Frauchen nennt es “Hundeschule” und da die Trainerin die Meinung vertritt, dass man dort am besten so früh wie möglich vorbeischauen sollte, sind wir halt mal gucken gefahren.

”Gucken”, genau das habe ich auch die meiste Zeit getan.
Mein Frauchen stand nämlich am Rand und hat mich zuschauen lassen, wie die anderen Hunde arbeiten. Und immer dann, wenn einer mir zu nahe kam, liess sie mich wissen, dass das nichts Schlimmes ist, was ich dann ihr dann auch zügig geglaubt habe und schon konnte ich mich wieder entspannt ins Gras legen.

Dabei hab ich auch eine ganz tolle Entdeckung gemacht, denn an einer Stelle lag auf dem Gras so ein Riiiiiiesenberg Erde, ganz frisch und gerochen hat sie auch verdammt lecker, nämlich nach einem Tier, welches ich noch gar nicht kenne und das ich noch gar nicht gesehen hab, denn es ist blind, heisst “Maulwurf” und lebt, wenn ich Frauchens Informationen trauen darf, unter der Erde. Aber diesen Berg fand ich total spannend – ich hab ihn auch gleich mal mit dem Maul ein bisschen rumgeworfen.

Noch spannender wurde es aber, als wir in den “Freilauf” gerufen wurden.
Da waren ausser meinem Frauchen und mir nur noch die Trainerin und zwei angeleinte, große Hunde drin, die ich als weltoffener Piratenkapitän natürlich gleich erst mal angebellt habe, damit die auch genau wissen, mit wem sie es hier zu tun hatten. Nach einer kurzen Erklärung der Trainerin, dass diese Art der Vorstellung hier gerade aber mal nicht erwünscht sei, beschloss ich dann jedoch, das Kennenlernen auf eine etwas weniger dramatische Weise zu gestalten und pirschte mich einfach mal vorsichtig an die beiden riesigen Hundedamen heran, die mich dann auch absolut lieb und nett begrüßten. Frauchen war – und ist es immer noch – absolut beeindruckt von der Ruhe und Souveränität, mit der sich dieses Szenario abspielte und ich hab ganz genau gehört, wie sie sich innerlich frug, warum eigentlich nicht ALLE Hundebegegnungen so ruhig ablaufen könnten.

Ich hingegen stellte fest: Aha, SO erobert man also Frauen!
Ich durfte an ihnen schnuppern, ein bisschen um sie herumhopsen, sie ankuscheln und weil die eine davon so supernett war, hab ich auch gleich mal an der Milchbar nachgeschaut, ob es dort vielleicht noch was Leckeres für mich gibt, doch nee, da war nix. Die Menschen haben gelacht und etwas von “Adoptionsantrag” geredet, aber da offenbar niemand das hierfür passende Formular gefunden hat, bin ich dann halt doch besser mal wie ein geölter Blitz zu meinem Frauchen gestürmt, als dieses die Anweisung bekam, mich “jetzt mal abzurufen”.

Und diese Entscheidung war gut, denn ok, sie hat mich nach all diesen Erlebnissen zwar erstmal wieder in dieses blöde Auto gesetzt, aber als wir zu Hause waren, da bekam ich von ihr doch tatsächlich wieder FUTTER, ich konnte satt und zufrieden an ihren Füßen einschlafen und etwas anderes brauchte ein kleiner Piratenkapitän an diesem Tag auch nicht mehr.

Die Maßnahme, gleich “so früh” schon in diese Hundeschule zu gehen, hat sich am Ende also als absolut richtig erwiesen. Mein Frauchen kann nämlich jedem, der diesbezüglich jetzt gleich den erhobenen Überforderungs-Zeigefinger schwingt, versichern, dass zu jedem Zeitpunkt sichergestellt war, dass es mir gut ging. Sie wäre sofort mit mir nach Hause gefahren, wenn da ir-gend-ein Zeichen von “zu hohem Stresslevel” oder dergleichen aufgetreten wäre – im Gegensatz zu einem Maulwurf ist sie ja schliesslich nicht blind

Bis denne
Euer
Captain Milkshake