Durst oder Frost – Warum Blätter sich wellen

Gestern noch sah der immergrüne Schneeball völlig gesund aus, doch nachdem es über Nacht kräftig gefroren hat, rollt er seine Blätter ein, lässt sie hängen und wirkt, als ob er sich nie wieder erholen würde.

Doch dies ist nur ein perfekter Schutzmechanismus. Gerollte Blätter bieten dem Frost weniger Angriffsfläche, so dass die Pflanze deutlich weniger leidet, als wenn sie mit offenen Blättern durch die frostige Nacht hindurch müsste.

Auch andere Pflanzen wie z. B. Rhododendren und Kamelien bedienen sich dieser Methode, die man auch bei vielen anderen immergrünen Gehölzen beobachten kann.

Immergründe Stauden hingegen wehren sich anders gegen den Frost: Sie fallen förmlich in sich zusammen und trotzen dicht am Boden der frostigen Kälte, um sich schon wenige Stunden nach Beginn des Tauwetters wieder zu entrollen und aufzurichten.

Das kältebedingte Zusammenrollen darf allerdings nicht mit dem Durst der Pflanzen verwechselt werden, denn auch bei anhaltender Trockenheit rollen viele Pflanzen ihre Blätter zusammen, um die Wasserverdunstung zu verringern. In diesem Fall sollte zügig gegossen werden. Sollte dies frostbedingt nicht möglich sein, sollte die Pflanze mit Tüchern abgedeckt und schattiert werden, um die Verdunstsung weiter zu verringern.